Pflanzenschutz - Maßnahmen

Winterraps: Letztmalige Aussaat mit TMTD-gebeizten Saatguts

Zur Aussaat 2019 steht letztmalig die standardmäßige Beizkombination aus den fungiziden Wirkstoffen Thiram (TMTD) und Dimethomorph (DMM) zur Verfügung, die u.a. dem Befall mit zahlreichen samen- und bodenbürtigen Schadpilzen bis zum 4-Blatt-Stadium vorbeugen soll. Die Aufbrauchfrist von TMTD endet am 30.01.2020 und schließt somit die Aussaat von überlagertem Saatgut, auch in Kombination mit anderen Beizwirkstoffen, im kommenden Jahr aus. Zum Herbst 2020 werden neue fungizide Beizprodukte zur Verfügung stehen.

Nach dem Wegfall der bienengefährlichen neonicotinoiden Wirkstoffe steht gegen den Befall mit Erdfloh-Arten und die Larven der Kleinen Kohlfliege keine wirksame Beize zur Verfügung. Einzelne Züchterhäuser bieten ein definiertes Sortenspektrum als Importware an, das zusätzlich mit der in Polen zugelassenen insektiziden Saatgutbeize Lumiposa 625 FS (Wirkstoff: Cyantraniliprol) ausgestattet ist.Das Wirkungsspektrum konzentriert sich vorrangig auf die Bekämpfung der Larven der Kleinen Kohlfliege (Delia radicum), daneben kann auch der Frühbefall mit Erdfloh-Arten und Rübsenblattwespe gemindert werden. DieWirkungsdauer erstreckt sich vom Keimblatt-Stadium bis zum 3- bis 4-Blattstadium, wobei eine tendenzielle Nebenwirkung gegen den Rapserdfloh vor allem in der Auflaufphase und bei feuchtem Boden zu erwarten ist. In bundesweiten Versuchen erzielte das Produkt Lumiposa 625 FS eine gegenüber den bekannten Neonicotinoiden gleichwertige Wirkung auf die Kleine Kohlfliege. Das Produkt Lumiposa 625 FS hat keine Wirkung auf Blattläuse.

Bei der Verwendung von Lumiposabehandeltem Saatgut sollten gemäß der polnischen Zulassung in den Saatgutverpackungen enthaltene Stäube nicht in die Sägeräte gegeben werden und die eingesetzten Sägeräte sollen gewährleisten, dass Saatgut und Stäube in den Boden gelangen und keinesfalls in die Luft emittieren. Diese Anforderungen werden von den in der JKI-Liste aufgeführten Sägeräten erfüllt (siehe "Liste der abdriftminderndenSägeräte"). Bei der Aussaat von Lumiposa-Saatgut solldie Windgeschwindigkeiten 5 m/s nicht übersteigen.Befinden sich im Radius von 60 m um die zur Aussaat vorgesehenen Flächen Bienenstände, rät das BVL den Betriebsleitern betroffene Imker mind. 48 Stunden vor der Saat in Kenntnis zu setzen.

Beachten Sie auch die regionalen Beraterhinweise und Beobachtungen des Schaderregeraufkommens sowie die spezifischen Prognosen unter www.isip.de!


-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Weitere tagesaktuelle Informationen aus Rheinland-Pfalz finden Sie hier: www.isip.de

TIPP: "Warndienstabonennten wissen mehr" - den Warndienst, das Wetterfax und e-mail für Pflanzenbau und Pflanzenschutz und den umfassendem Zugang zum isip-Portal erhalten Sie unter:

Ulrich Noeth

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Rüdesheimer Str. 60 - 68
55545 Bad Kreuznach


Tel: 06 71 / 820-437
E-Mail:
ulrich.noeth@dlr.rlp.de






uwe.preiss@dlr.rlp.de     www.Pflanzenschutz.rlp.de drucken nach oben