Sommergetreide als Ganzpflanzensilage

Stand: 11/30/2017
Zur Produktion von Getreide-Ganzpflanzensilage (GPS) als Biogassubstrat wird in erster Linie Wintergetreide angebaut. Hier sind vor allem Wintertriticale, aber auch Winterroggen oder auch Winterweizen aufgrund ihres hohen Ertragsniveaus zu bevorzugen. Allerdings kann es durchaus erforderlich sein, auch Sommergetreide für diesen Zweck anzubauen. Sei es durch einen feuchten Herbst, der nach der Maisernte kaum noch eine Aussaat von Wintergetreide zulässt, oder durch entsprechende Verpflichtungen im Rahmen des Greening (z.B. Anbaudiversifizierung). Generell muss bei Sommergetreide jedoch mit deutlich geringeren Erträgen gerechnet werden. Um der Frage nach dem tatsächlichen Ertragniveau gängiger Sommerungen oder Mischungen aus Sommergetreide mit Leguminosen nachzugehen, wurde am Standort in Niederweiler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) ein Versuch im Rahmen des rheinland-pfälzischen Versuchswesens durchgeführt. Hierzu wurden vier gängige Handelsmischungen zur GPS Erzeugung (Mischungen aus Sommergetreide mit und ohne Leguminosen) mit unterschiedlichen Sommergetreidearten in Reinsaat verglichen. Die vorläufigen Ergebnisse lassen keine eindeutige Präferenz für eine bestimmte Getreideart zu und werden zu gegebenem Zeitpunkt veröffentlicht. Lediglich der Sommerroggen wies bisher leichte Ertragsvorteile auf. Generell sind die Unterschiede zwischen den untersuchten Getreidearten bzw. den Mischungen relativ gering. Das durchschnittliche Ertragsniveau der Versuche variierte zwischen 50 und 100 dt Trockenmasse pro Hektar und zeigt die große Streuung der Erträge von Sommergetreide. Grundsätzlich kommt also nahezu jede gängige Sommergetreideart zur GPS-Nutzung in Frage.
Eine interessante Option ist die gleichzeitige Aussaat einer Untersaat in Sommergetreide. Hierdurch kann entweder Greeningfläche als ÖVF Gräseruntersaat vorgehalten, oder auch Futterfläche für den Herbst bereitgestellt werden.





Sebastian.Thielen@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben