Eine gute Grassilage – aus Sicht der Milchkuh

Stand: 05/09/2019

Kruchten liegt im Eifelkreis Bitburg-Prüm auf 323 m Höhe, unmittelbar an der luxemburgischen Grenze.

Fotos: © DLR Eifel

Dem Betrieb Stefan Billen aus Kruchten gelingt es seit Jahren, qualitativ hochwertige und schmackhafte Silagen für seine 100 Milchkühe zu erzeugen. Mit seinen Strategien gelingt es ihm, die theoretischen Grundsätze einer guten Silagebereitung in die Praxis umzusetzen.

Zusammen mit seiner Ehefrau Agnes Billen und Sohn Andreas, der die Technikerausbildung am DLR Eifel in Bitburg absolviert, bewirtschaftet er den Betrieb.


Die Laboranalyse der Silagen über den Futtermittelprüfring Eifel in Verbindung mit der Sinnenprüfung am Trog gehört für den Betrieb zum Standard.

Für den eiligen Leser auf einen Blick:

  • Eine gute Grassilage hat ≥ 6,4 MJ NEL und ≤ 170 g Rohprotein/kg Trockenmasse (1. Schnitt). Voraussetzung dafür sind intensiv gedüngte und gepflegte Grünlandbestände, mit früher Schnittnutzung.
  • Silagen mit hohen Energie- und Rohproteingehalten ermöglichen eine schnelle Passagegeschwindigkeit im Pansen und damit eine hohe Futteraufnahme.
  • Der frühe Schnitt führt in der Regel zu niedrigen Rohfasergehalten. In der Ration ist diesem Mangel durch ein Strukturfuttermittel wie Luzernesilage oder –heu gut zu begegnen. Nachweislich wirkt sich Luzerne positiv auf die Futteraufnahme aus.
  • Die Kuh entscheidet mit ihrer hoch sensiblen Nase über die Futteraufnahme. Eine gut vergorene Silage mit einem frischen, leicht säuerlichen, aromatischen Geruch wird gerne gefressen.
  • Ein guter Geruch setzt eine gelungene Gärqualität ohne Buttersäure, mit maximal 3 % Essigsäure und einen pH-Wert von 4,5 bei einem Trockensubstanzgehalt von 30-40 % voraus.
  • Eine stabile Silage wird nicht warm und ist frei von Schimmelpilzen und Hefen. Sie ist mikrobiologisch unbedenklich. Voraussetzung dafür ist eine gesunde Grasnarbe.
  • Betriebsindividuell können Silagen „funktionieren“, die nicht in allen Punkten der Lehrmeinung entsprechen. Das Gesamtkonzept des Betriebes, wie beispielsweise geringe Anschnittfläche, eine hohe Verdichtung, Siliermitteleinsatz und ausreichender Vorschub bei glatter Anschnittfläche muss passen.

Den ausführlichen Bericht finden Sie als pdf-Dokument zum Download oder Druck.


Download: GuteGrassilage aus Sicht der Milchkuh_2019-05-09.pdfGuteGrassilage aus Sicht der Milchkuh_2019-05-09.pdf



Birgit.Koeppchen@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken nach oben